Krankheit – August 2015

An einer Krankheit ist niemand schuld!

Meditation = Geistesruhe und Klarheit

Solange meine Erinnerung zurückreicht – meine Erinnerung daran, was ich in meiner jeweiligen Lebenssituation gedacht habe und was und wie ich mich gefühlt habe – war es mir wichtig, mich immer mal wieder in die Stille zurückzuziehen und mich dadurch körperlich-geistig wieder fit zu machen. Immer wieder bin ich in Städten in Kirchen gegangen – im Winter warm und still im Sommer kühl und ruhig, um dem manchmal als unerträglich empfundenen Lärm der Straße zu entfliehen. Auf dem Lande und in den Bergen habe ich die Einsamkeit langer Wanderungen gesucht und genossen, beim (Ausdauer-) Sport habe ich durch die Anstrengungen von Körper und Geist mich von den Spuren der (Arbeits-) Belastung befreit und zuhause war mir das Alleinsein an Wochenenden oft sehr willkommen. Schon früh ist mir aufgefallen, dass der Atem und das Atmen im Fokus meiner Aufmerksamkeit stand und immer wieder steht.

Als ich vor 6-7 Jahren in meinem privaten Umfeld mit einer schwierigen und belastenden Erkrankung konfrontiert war, erkannte ich intuitiv, dass die Stille mir die gewünschte Körper- und Geistes-Ruhe verschafft. Ich erkannte, dass die körperliche und die geistige Ruhe innerlichen Druck reduziert, chaotische Gedankenflüsse ordnet und beruhigt und dass diese körperliche und geistige Ruhe mir half meinen eigenen Weg (wieder) zu finden und klarer zu sehen, auch einen anderen Blick auf meinen (Lebens-) Weg zu richten.

Anfang 2009 fand ich einen Zen-Kreis und begann zunächst wöchentlich und dann immer mehr auch täglich in die Stille zu gehen – Sitzmeditation zu praktizieren. Ende 2009 nahm ich zum ersten Mal am Zen-Retreat am Jahresende in Eisenbuch teil. Immer wieder fuhr ich den weiten Weg nach Eisenbuch zum Berg des Friedens und des Mitgefühls, zur Vihara-Friedensstätte des universellen, allumfassenden Tors. Ich bekam Gewissheit, dass ich angekommen bin und mich in Eisenbuch zuhause fühlte – immer wieder. Inzwischen ist das täglich „Sitzen“ zu einer liebgewordenen Gewohnheit geworden und aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken.

An einer Krankheit ist niemand schuld! Wertvolle Hinweise für den Umgang mit Krankheit, Leben und Sterben habe ich in Eisenbuch (www.Eisenbuch.de) durch die kontinuierliche Teilnahme an den Zen-Retreats zum Jahresende mit dem Thema „Verzeihen, Versöhnen, Neuanfangen“ – mit auf meinen Weg nehmen können – Jahr für Jahr.

Kōhō (05/2013)