Samu-Retreat – Oktober 2013

Die Samu Arbeit war getragen von der Würde und Achtsamkeit der morgendlichen spirituellen Praxis im Zendo. Mit ein- oder zwei Perioden Zazen, Rezitationen in der Buddha Halle und einem rituellen Frühstück auf dem Sitzkissen im Zendo begann der Tag. Dies war begleitet von den Klängen des Klosters, wie zum Beispiel der großen Trommel, die die Zeit schlägt, der „Kupferwolke“ die verkündet dass der Tag beginnt im Kloster (Daikaijo), und der großen Klangschale in der Buddhahalle, die die Rezitationen begleitet.

Auf diesem Boden und unter der spirituellen Anleitung von Fumon Nakagawa Roshi haben wir (die Hausgemeinschaft und 23 Teilnehmer) uns 5 Tage lang ab 8:30 h zum Samu begeben, zum achtsamen Arbeiten. Ein großes Projekt war es, den Teich am Waldrand besser in die Gartenlandschaft zu integrieren. Schilf wurde geschnitten und ein provisorischer Weg um den Teich herum mit einer kleinen Brücke angelegt, so dass es jetzt möglich ist, achtsam um den Teich herum zu gehen. Ein Kartoffelfeld, das zu Beginn einem wilden Unkrautdschungel glich, hat sich wie durch Zauberei in ein Feld von feinkrümeliger, frisch gehackter brauner Erde verwandelt. Es wurde Gründüngung ausgesät, um den Boden bis zum Frühjahr zu nähren und zu schützen.

Im Zengarten wurde weiter das Wachstum des niedrigen Bambus eingedämmt, so dass er idealerweise da wächst und die Landschaft bereichert wo er geplant war, und nicht überall wo seine durchsetzungskräftigen Wurzeln hinwachsen wollen. Unkraut jäten im Gemüsegarten und auf den Kieswegen, sowie Mithilfe in der Küche, sind sowieso fester Programmbestandteil. All dies und viele weitere große und kleinere Projekte wurden gemeinsam umgesetzt.

Es ist eine Herausforderung, das große Haus und Grundstück in Schuss zu halten und jede helfende Hand und jeder wache Blick kann Gutes bewirken und für viele Menschen weiter die Möglichkeit erhalten, dort zu praktizieren. Trotz gemischter Wettervorhersage hatten wir jeden Tag wunderbares, sonniges Herbstwetter, so dass wir draussen viel tun konnten.

Nach getaner Arbeit und einem leckeren vegetarischen Abendessen fand jeder Samu-Tag im Zendo seinen Abschluß, mit Rezitationen, einem Vortrag von Roshi und einer abendlichen Zazen-Periode.

Damit wir dabei nicht alle erschöpft auf den Kissen einschlafen, haben wir von Roshi an besonders anstrengenden Tagen nachmittags schon mal eine Stunde früher „frei“ bekommen, oder Myo-san hat eine verlängerte Mittagspause organisiert. So war es auch mal möglich zu schlafen, oder – besonders schön – mit Jin Shin Jyutsu (japanisches Heilströmen) in einer längeren Pause gemeinsam wieder Energie zu tanken.

Es macht viel Freude gemeinsam etwas anzupacken. Während des Tages gab es stille Zeiten, aber auch Gespräche und Begegnungen mit anderen Teilnehmern. Diese Begegnungen mit Menschen auf dem Weg empfinde ich als sehr kostbar. Ich bin Roshi, Ruth Myo-san, der Hausgemeinschaft und allen Teilnehmern sehr dankbar für die gemeinsame Praxiszeit und freue mich von Herzen, wieder nach Eisenbuch zu kommen.

Gassho,
Vivien Eko