San’nai Sesshin – Juni 2009

San´nai-Sesshin in Daihizan Fumonji

Persönlicher Bericht

Im Juni 2009 fand das erste San´nai-Sesshin in Daihizan Fumonji statt, es ist für Menschen aus der Klostergemeinschaft und der Saddharma-Sangha geöffnet. Dieses 10-tägige Sesshin war von ganz besonderer Art und öffnete die Herzen aller Beteiligten.

Das Tagesprogramm bestand aus Zazen, Dokusan, Samu (achtsames Arbeiten) und dem Erlernen der formellen Abläufe dieses Zenklosters durch praktisches Tun unter strenger, aber liebevoller Anleitung durch Abt Nakagawa Roshi sowie durch Susanne Inko und Maria Enko . Wie wunderbar, wenn nach einigen Tagen alles „rund“ läuft: Rezitationen, Bedienen der vielfältigen Instrumente, Verhaltensformen, Kochen, formelle Einnahme der Mahlzeiten morgens und mittags im Zendo. Und der Docho (Abt) war überall dabei: tauscht Robe mit Arbeitsanzug und Gummistiefel und arbeitete im Garten mit, erklärt immer wieder das Schlagen von Han, Unpan, Trommel, Glocke, guckt interessiert in der Küche vorbei, trinkt Tee mit uns im Garten. So kamen sich nicht nur wir Sanghaleute uns nahe, wir hatten auch mit Roshi selbst intensiven Kontakt, konnten seine Freude spüren und den Humor genießen. Dafür sind wir sehr dankbar.

In diesem Sesshin wurde deutlich, was das eigentlich heißt: Die Sangha trägt das Kloster. Und wir, die Sangha, werden getragen durch ernsthaftes Praktizieren an diesem gesegneten Ort. Entwicklung des Klosters, so Roshi in einem seiner Vorträge, bedeutet nichts anderes, als dass wir entschlossen und mit aufrichtigem Geist uns bemühen und auf dem Weg gehen. Am letzten Abend, die Vögel im Garten sind schon still geworden, während des Zazen, sagte Roshi: …Ihr habt heute viel gearbeitet, jetzt sitzt ihr Zazen. Geht in den Alltag zurück und praktiziert weiter, dann wird euer ganzes Leben – eine Periode Zazen.

                                        Manfred Ichido