Studienkurs – Mai 2009

Bericht über den Studienkurs im Mai 2009
Wir studierten Hauptaspekte der Yogacara-Lehren, v.a. Vijnana (Erkennen), Citta (Geist), Citta-matra („Nur-Geist“), Bewußtseinsformationen mit Manas und Alayabewußtsein, Bodhisattva-Weg. Es ging eindringlich um das Verständnis dafür, daß jedes Erkennen nur auf dem Weg des aktiven Tuns und Übens möglich ist. Jede dogmatische Art, die Dinge zu sehen, jede vorgefaßte Meinung muß „aufgeknackt“ werden. Und nicht beim „Auseinanderschneiden“ stehen bleiben, sondern fragen: Wer ist es, der da analysiert? Nur so ist wahres Erkennen möglich, und wir können unser Handeln umändern. In uns gibt es das Zusammenwirken unserer Bewußtseinsformationen, die erst das Erkennen möglich machen, und im Zuge unserer Diskussionen und Darlegungen wurde das ermüdende Bild eines psychologischen Schemas überwunden, so daß mehr und mehr eine Vertrautheit mit der Wirkweise der acht Bewußtseinsformationen zu spüren war und zu einer Hilfe beim Sprechen und Handeln werden konnte. Das Subjekt des Erkennens, also wir in unserer lebendigen Tätigkeit, existieren nur auf die Art und Weise des wechselseitig-abhängigen Entstehens, verbunden mit allem im Universum. Auf dem Weg des andauernden Übens (Yogacara: Weg des Yoga = Weg des Übens) können wir die Wahrheit des Universums, den kosmischen Strom der Weisheit und Liebe, in unserem Geist erspüren und immer besser verwirklichen. In dem Kusen am letzten Abend hieß es: Jahrelanges Studium hat gar keinen Wert, nicht ein Satz, wenn nicht mit dem Bodhigeist erforscht. Mit dem Bodhigeist die Welt erforschen, heißt sich selbst erforschen…. Yogacara ist ein Hilfsmittel, um uns selbst besser zu erforschen und zu erkennen. So können wir unser Handeln erkennen und umändern, um den Weg entlang den Bodhisattva-Gelöbnissen zu gehen.

Klaus Panthen