Klausurbericht 2011/2012

Teilnehmerbericht

Gerade gehen, zum zweiten Mal, 3 Monate Zen-Klausur in Daihizan Fumonji zu Ende. Wir sind alle sehr dankbar und glücklich, dass wir hier so intensiv praktizieren können. So zu praktizieren, wie zur Zeit von Buddha und Dogen, diese Klausur-Tradition hier wieder lebendig werden zu lassen und weiterzutragen ist ein großer Schatz.

Der Wecker klingelt um 2.30 Uhr in der Früh. Genug Zeit, um auch noch ein paar Körperübungen zu machen, bevor wir alle um 3.10 Uhr auf unseren Kissen im Zendo sitzen. Bei den beiden Intensiv-Sesshin sitzen wir dann so den ganzen Tag, bis um 10 Uhr abends, unterbrochen von Rezitationen, den Mahlzeiten im Zendo (Frühstück und Abendessen mit Oryoki-Praxis) und kurzen Pausen.

Die erste Zeit des Sesshin ist sehr anstrengend und mühsam, bis der Körper sich eingewöhnt hat, seinen Rhythmus findet, bis der Geist immer stiller, wacher und konzentrierter wird. Danach wird es etwas leichter. Diese Anstrengung, so zu sitzen 3 Wochen lang, ist ein geistiger Verarbeitungsprozess, der immer tiefer geht, Wesentliches zeigen kann, für das Leben im Alltag Licht und Führung ist.

Eine große Unterstützung ist das Üben in der Gemeinschaft, dies trägt, vor allem auch durch schwierige Phasen. Das Sitzen, die Präsenz und die Vorträge/Kusen von Docho Roshi, bringen immer wieder Wesentliches auf den Punkt, motivieren und stärken weiterzugehen und darüber hinauszugehen.

Während des Klausur-Alltags vor und nach den Sesshin, ist der Tagesablauf etwas lockerer, es sind weniger Sitzperioden, es gibt Zeiten für Körperübungen und für individuelle Praxis, wie z. B. Qi Gong, Tee-Übung, Eurythmie, Gehmeditation, Studium.

In dieser Zeit finden auch Studienkreise mit Docho Roshi statt. Im letzten Jahr haben wir Meister Eckhart studiert, dieses Jahr den Text Uji aus Dogens Shobogenzo. In dieser konzentrierten Zeit erfahren wir, dass uns das Textstudium viel zugänglicher ist, natürlich vor allem durch Docho Roshi lebendige Unterweisungen.

Die Klausur trägt die spirituelle Praxis im Alltag und bildet den Boden, so dass das Kloster seine Aufgabe erfüllen kann, nämlich spirituelle Heimat für alle zu sein.

Wir wünschen uns, dass noch mehr Menschen über diese wertvolle Möglichkeit hier wissen und mit uns diese Praxis teilen können.

Februar 2012, Daihizan Fumonji